Wenn Frauen kämpfen, wackeln alte Rollenbilder
Sobald mehr Frauen kämpfen, verändert sich die gesamte Wahrnehmung eines Sports.
Pascal Warner
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Frauen im Kampfsport stehen noch immer vor besonderen Hürden. Wie in vielen Sportarten wirken tradierte Rollenbilder und Stigmatisierungen nach, im Kampfsport jedoch besonders deutlich. Kaum ein anderes Umfeld vereint so viele Faktoren, die Stereotype über Körper, Geschlecht und Gewalt reproduzieren können. Während Selbstverteidigungskurse gesellschaftlich weitgehend akzeptiert sind und Disziplinen wie Krav Maga seit Jahren einen starken Zulauf von Frauen verzeichnen, zeigt sich bei wettkampforientierte Kampfsportarten ein anderes Bild.
Kickboxen, Brazilian Jiu-Jitsu und Mixed Martial Arts waren lange schwer zugänglich für Frauen. Gründe reichen von der hartnäckigen Wahrnehmung der Szene als „Männerraum“ bis hin zu Trainingsbedingungen, die überwiegend auf männliche Teilnehmer zugeschnitten waren - etwa düstere Gym-Atmosphären oder ausschließlich gemischte Trainingsgruppen. Die Folge: Viele Frauen fanden spät oder gar nicht den Weg ins Gym und damit in den Kampfsport.
Internationale Beobachtungen zeigen, dass Frauenkämpfe auf großen Fightcards im Schnitt nur rund 18 Prozent der Ansetzungen ausmachen. Verlässliche statistische Erhebungen sind selten, doch Erfahrungsberichte bestätigen die Entwicklung: Veranstalterinnen von reinen Frauenevents wie dem „Ultimate Badass" von Chinkilla beschreiben, wie herausfordernd der Zugang für Kämpferinnen nach wie vor ist. Gründe reichen vom weniger „wertig“ wahrgenommenen Showfaktor aus Sicht mancher Zuschauer, bis zu strukturellen Problemen, etwa einer zu geringen Zahl von Athletinnen in vergleichbaren Gewichtsklassen.
Gleichzeitig machen Events wie „Ultimate Badass Vol. 3“, bei dem Kämpfe in MMA, Kickboxen und Grappling deutlich, das Nachfrage und Potenzial längst vorhanden sind. Ziel ist es, mehr Frauen auf Fightcards zu bringen, ihnen den Einstieg in alle Disziplinen zu erleichtern und Kämpfer und Kämpferinnen gleichberechtigt wahrzunehmen.
In diesem Magazinbeitrag begleiten wir Kaja, eine Athletin, die früh begonnen hat, klassische Rollenbilder hinter sich zu lassen. Als Kämpferin inspiriert sie andere Frauen, selbst den Schritt auf die Matte zu wagen - und zeigt, wie vielfältig und zugänglich Kampfsport heute sein kann, wenn sich Strukturen und Denkweisen gemeinsam verändern.
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