Tribüne oder Leinwand: Zuschauerzahlen bei Olympia

Enges Rennen: Die olympischen Leichtathletik-Wettbewerbe zählen zu den beliebtesten Sportevents weltweit.
Symbolbild/Montage Melvin Alles / Adobe Generative Fill
Wenn man in diesem Sommer den Fernseher einschaltete oder auf Social Media unterwegs war, ist man an einem Ereignis nicht vorbeigekommen: die Olympischen Sommerspiele von Paris. Nicht nur aus sportlicher Sicht war das Mega-Event etwas Besonderes, denn seit Peking 2018 waren wieder Live Zuschauer zugelassen und die TV-Einschaltquoten gingen deutlich in die Höhe. Es wurden dabei gleich mehrere Höchstwerte erreicht: mit 24,4 Millionen französischen TV-Zuschauern zur Eröffnungsfeier und 9,5 bzw. 2,6 Millionen verkauften Eintrittskarten für die olympischen und paralympischen Spiele erreichte man eine Rekordkulisse. Zudem strömten über 11 Millionen Gäste aus aller Welt in die französische Hauptstadt.
Auch in Deutschland erfreute sich Olympia einer großen Beliebtheit. Das meistgesehene Event, ebenfalls die Eröffnungsfeier, schauten im Schnitt 10,4 Millionen Deutsche im Fernsehen an. Die beiden öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF übertrugen nach eigenen Angaben insgesamt 243 Stunden aus Paris.
Entwicklung der Zuschauerzahlen
Noch während die Spiele in vollem Gange waren, kündigte die deutsche Bundesregierung an, sich auf die olympischen und paralympischen Spiele 2040 bewerben zu wollen. Mit dem Hintergrund dieser Bewerbung lässt sich die Frage stellen, ob durch die steigende umfassende mediale Begleitung der Spiele und hohe Ticketpreise in Zukunft möglicherweise Live-Zuschauer zu Hause bleiben und die Stadien leer bleiben könnten. Hierfür müssen wir uns aber zunächst die Zuschauerentwicklung über die letzten Jahre genauer anschauen.
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Bei den Sommerspielen lässt sich recht schnell eine Tendenz erkennen. In den letzten Jahren stiegen sowohl Ticketverfügbarkeit als auch die Auslastung an. Bis 2004 wurden durchschnittlich rund 6,5 Millionen Tickets angeboten, wovon rund 78 Prozent verkauft werden konnten. Seit Peking 2008 lässt sich eine deutliche Steigerung verzeichnen: Durchschnittlich gab es ein Angebot von rund 8 Millionen Tickets (Auslastung: 94 Prozent). Paris 2024 sticht hierbei besonders heraus, denn es wurden 9,5 Millionen Tickets (Auslastung: 95 Prozent) verkauft. So viele, wie noch nie in der Geschichte des Sportevents.
Blicken wir nun auf die Winterspiele, zeigt sich ein anderes Bild. Vorab muss allerdings auch die Anzahl der Sportevents berücksichtigt werden: 2024 wurden in Paris 32 Sportarten und 48 Disziplinen, in Pyeongchang 2018 sieben Sportarten mit 15 Disziplinen ausgetragen. Deshalb ist auch das Angebotsniveau der Eintrittskarten sehr viel niedriger. Tatsächlich lässt sich hier generell aber eine andere Tendenz feststellen. In den letzten 20 Jahren sinkt die Kapazität der Sportstätten. Waren es vor Turin im Schnitt noch knapp 1,5 Millionen verfügbare Karten, so werden seit 2006 durchschnittlich nur noch 1,25 Millionen Tickets angeboten. Und auch die Auslastung hat sich seitdem nicht signifikant verändert. Bis 2002 lag diese bei 87 Prozent, seitdem ist sie nur um rund ein Prozent gestiegen. Generell liegt die Auslastung über alle Winterspiele hinweg aber etwas höher als bei den Sommerspielen. Die größte Auslastung stellte dabei Vancouver 2010 dar, wo 97 Prozent der Tickets verkauft wurden.
Digitale Angebote im Vormarsch
Fernab der verkauften Tickets und Besucher in den Sportstätten vor Ort spielen digitale Angebote eine entscheidende Rolle. Das offizielle Marketing Fact File der IOC zeigt hier die Entwicklung über die vergangenen Spiele im Bereich Broadcasting. Bereits die Olympischen Spiele in Rom im Jahr 1960 wurden von 21 Ländern im TV übertragen. Dieser Wert stieg im Lauf der Jahre und mit zunehmender Digitalisierung und Technologisierung weiter an, bis zur Jahrtausendwende die Spiele global im TV verfolgt werden konnten.
Heute können Sportereignisse jedoch nicht nur im TV, sondern auch durch andere digitale Medien aufgerufen werden. Für die Spiele in Paris 2024 boten ARD und ZDF in ihren Mediatheken Livestreams an. Diese wurden rund 225 Millionen Mal aufgerufen, was 65 Millionen Nutzungsstunden entspräche. Über das TV-Programm der beiden Sender wurden zum Vergleich 53,4 Millionen Zuschauer erreicht. Die erfolgreichste Sendung hierbei war die Eröffnungsfeier mit einem TV-Marktanteil von 45,5 Prozent. Im Schnitt wurden die Spiele im TV von 3,6 Millionen Zuschauern deutschlandweit verfolgt.
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Betrachtet man die aus dem Marketing Fact File der IOC zu entnehmenden Daten ist ein Aufwärtstrend zu erkennen. Die Sendezeit nimmt sowohl bei den Sommer- als auch den Winterspielen im Verlauf der Jahre zu. Die Sommerspiele 2020 wurden mit gut 10.000 Sendestunden beinahe doppelt so lange übertragen, wie die Spiele im Jahr 2012.
Bezüglich der Videoaufrufe ist der Anstieg im Zeitverlauf noch deutlich stärker. Das liegt vor allem daran, dass ab dem Jahr 2016 auch Social-Media-Videoaufrufe in die Statistik eingerechnet werden.
Stehen die Live-Zuschauerzahlen und digitale Zuschauer in Konkurrenz?
Grundsätzlich kann man einen Stadionbesuch höchstens ansatzweise mit einem Livestream vergleichen. Durch das vielschichtige digitale Angebot im TV und auf diversen sozialen Plattformen hat jeder die Möglichkeit, die komplette Bandbreite der Spiele zu verfolgen und zwischen den Sportarten hin- und herzuwechseln. Ein Besuch vor Ort hingegen bietet ein deutlich emotionaleres Erlebnis für die sportbegeisterten Fans. Zudem entscheiden sich die Fans beim Ticketkauf für ein gezieltes Sportereignis.
Was aber die reinen Zahlen angeht lässt sich sagen, dass sowohl die Live-Zuschauerzahlen als auch die Beliebtheit der digitalen Angebote wachsen. Der Zuwachs an Ticketkäufen nahm gerade bei den Sommerspielen in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich zu, nicht zuletzt durch die voranschreitende Kommerzialisierung.
Aber auch die Winterspiele bleiben weiterhin beliebt. Hier müssen die infrastrukturellen Gegebenheiten der Ausrichterländer beachtet werden. Zum anderen fanden seit der COVID-19 Pandemie noch keine Winterspiele mit Zuschauern statt und es ist davon auszugehen, dass es 2026 in Italien und auch in den folgenden Jahren einen ähnlichen Ansturm auf die Tickets geben wird.
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